Ein besonderer Mbuna: Brutpflegeverhalten bei Labidochromis hongi

Der Labidochromis hongi ist ein bei Aquarianern sehr belieber Mbuna. Wie bei den Labidochromis üblich bleibt er relativ klein, kann somit auch in relativ kleinen Aquarien ab ca. 250 Litern dauerhaft gehalten werden und ist daher auch sehr oft in Aquarien von Anfängern in der Malawiaquaristik zu finden.

Wie alle Malawicichliden ist auch der hongi ein Maulbrüter im weiblichen Geschlecht. Das heißt, dass das Weibchen die befruchteten Eier in ihr Maul aufnimmt und sie für ca. 3 Wochen in ihrem Maul ausbrütet. Erst wenn die Jungfische bereits voll entwickelt und so agil sind, dass sie ohne die Hilfe des Mutterfisches überleben können.

Nahrungsaufnahme und Maulbrutpflege

So weit, so normal für einen Malawibuntbarsch. Bei den weiblichen Labidochromis hongi läßt sich aber deutlcih erkennen, dass sie bei der Brutpflege ein „geschickteres“ Verhalten an den Tag legen, als die meisten anderen Malawicichliden. Während Otto-Normal-Malawibuntbarsch währen der Brutpflege keine Nahrung aufnimmt und für die komplette Dauer der Maulbrutpflege fastet, haben die hongis offenbar gelernt auch in dieser Zeit zu fressen.

Vorteile der Nahrungsaufnahme während der Maulbrutpflege

Die Vorteile dieses Verhaltens liegen auf der Hand: Labidochriomis vermehrt sich auch im Aquarium deutlich zahlreicher, als das andere Mbuna-Arten, der ohnehin schon produktiven Malawicichliden tun. Da sie längst nicht so stark abmagern, wie andere Arten, können sich hongis öfter paaren. Auch sind die Weibchen während der Maulbrutpflege deutlich robuster und werden weniger häufig und intensiv von anderen Fischen durch das Aquarium gejagt.

Fazit für den Aquarianer

Wer Labidochromis hongi pflegt, darf sich folglich über zahlreiche Jungfische freuen. Aquarianer, die hongis nachzüchten und die Weibchen während der Maulbrutpflege in ein separates Aquarium setzen, sollten nicht übersehen, die Weibchen in dieser Zeit mit geringen Mengen Futter zu versorgen.

Mbunas vergesellschaften

Vorüberlegungen

Mbunas besetzen Reviere und verteidigen diese. Selbst relativ kleine Arten verteidigen oft einen Würfel von 50x50x50 cm wehement und wenn es sein muss bis zum Tod des Kontrahenden oder des eigenen. Fische mit einem solchen Verhalten schrecken Anfänger oft ab. Allerdings kann dieses Verhalten gerade den Reiz der Haltung von Mbunas erklären.

Was geht?

Mbunas sollten am besten unter sich bleiben. Um den Ansprüchen an die Ernährung gerecht zu werden, sollten sie sowieso nur mit anderen Pflanzenfressern zusammen gehalten werden. Auch die Aggressionen der Aquarium Fische werden oft nur von anderen Mbunas ertragen.

Bei der Zusammenstellung des Besatzes ist es wichtig, dass jedes Männchen im Aquarium sein eigenes Revier beziehen kann. 40 cm Kantenlänge sollte nach Möglichkeit jedes Männchen für sich beanspruchen können. Bei einer Beckenlänge von 120cm könnten als 3 Männchen. also demnach 3 unterschiedliche Arten gehalten werden, wobei zu den Männchen am besten 3 bis 4 Weibchen gesetzt werden.

Bei den Männchen, die vergesellschaftet werden sollen, darf jetzt darauf geachtet werden, dass sie möglichst unähnlich aussehen. Eine Vergesellschaftung mit 3 unterschiedlichen Arten in einem Aquarium mit 120 cm Länge, könnte also so aussehen, dass 3 Arten eingesetzt werden: Melanochromis auratus, Labidochromis caeruleus und Pseudotropheus msobo. Auf diese Weise erkennen die Männchen die anderen Männchen nicht als direkte Konkurrenten und ignorieren diese weitgehend.

Was geht nicht?

Mehrere Männchen der gleichen Art sollten nur dann ins Aquarium eingesetzt werden, wenn deutlich mehr Weibchen vorhanden sind und ausreichend Versteck und Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind.

Bei der Vergesellschaftung der großen Mbuna-Arten wie Metriaclima zebra Chilumba sollte mir 1 Art aus diesem Komplex eingesetzt werden, da sich hier die Männchen auch über Reviergrenzen hinweg aggressiv bekriegen und fast immer verletzen.

Eine Vergesellschaftung mit Non-Mbunas ist ebenfalls wenig ratsam. Die Nons kommen oft mit dem aggressiven Verhalten der Mbunas nicht zurecht. Ebenfalls problematisch: Ernährt der Aquarianer seine Mbunas passend, kommen die Nons zu kurz und erhalten zu wenig Proteine. Passt das Futter für die Nons, verfetten die Mbunas. Nachzuchten von Mbunas können aber als Futtertiere für die großen Räuber dienen.

Mbunas richtig füttern

Eines vorweg: Das perfekte und damit beste Futter für Mbunas gibt es nicht. Die im Handel angebotenen Flockenfutter, die auf die Bedürfnisse von Mbunas abgestimmt sind, sind in der Regel eine gute Wahl als Basisfutter. Bewährt haben sich Futterflocken mit einem hohen Anteil an Spirulina.

Richtig gut ernähren wir unsere Lieblinge aber, wenn wir sie abwechslungsreich und auf keinen Fall zu viel füttern.

Um Abwechslung in den Speisenplan zu bringen, kann auch frische Gurke oder Paprika gegeben werden. Einfach überbrühen und dann z.B. an einer Gabel ins Becken geben. Man darf auf keinen Fall vergessen, die Überreste des Gemüses schon nach 1 bis 2 Stunden wieder aus dem Becken zu nehmen.

Um eine Überfütterung zu vermeiden, sollte man nach Möglichkeit 2 bis 3 Mal am Tag kleine Mengen geben, die von den Fischen gierig innerhalb weniger Sekunden bis max. einer halben Minute vollständig verspeist werden können.

Es ist absolut sinnvoll mind. 1 Fastentag in der Woche einzulegen.

Da die Tiere auch dann noch gierig nach Futter betteln, wenn sie wirklich genügend zu fressen bekommen haben, ist es für den Aquarianer sehr wichtig, die Entwicklung seiner Mbunas genau zu beobachten. Werden die Tiere zu dick, was schon der Fall ist, wenn sich die Bauchlinie nach außen orientiert und nicht mehr gerade oder nach innen gewölbt ist, empfielt es sich, weniger zu füttern.

Auf Grund des gierigen Fressverhaltens ist Granulatfutter oder Sticks weniger gut für Mbuna-Arten geeignet, denn auch dieses Futter wird gierig gefressen und kann dann im Verdauungssystem der Fische noch quellen und die Fische schädigen.

Ein wöchentliches Muss: Wasserwechsel

In allen Aquarien ist es notwendig, regelmäßig einen Teil des Wassers zu wechseln, um zu verhindern, dass sich Schadstoffe im Wasser anreichern. Besonders deshalb, da Pflanzen als Nitratverbraucher kaum in Becken mit Mbunas anzutreffen sind.

Um das sehr saubere und keimarme Wasser im Biotop des Malawisees auch im Wohnzimmeraquarium zu haben, ist es ratsam, wöchentlich ca. 50% des Nettoinhalts auszuwechseln.

Bei der Wiederbefüllung des Aquariums sollte darauf geachtet werden, dass die Temperatur an die im Aquarium vorhandene Temperatur angeglichen wird. Auf Wasseraufbereitungsmittel kann in Deutschland in der Regel verzichtet werden. Ausnahmen gelten dann, wenn das Leitungswasser vom Wasserversorger gechlort werden muss oder auf Grund von älteren Wasserleitungen Kupfer oder Blei im Wasser gelöst sein kann.

Den Wasserwechsel kann man entweder mit Eimern durchführen oder man macht es sich leichter und verwendet einen langen Schlauch und läßt das Wasser mit Hilfe einer Pumpe automatisch aus dem Aquarium befördern.

Wird das Wasser aufgehärtet, muss bei jedem Wasserwechsel vor allem darauf geachtet werden, dass die richtige Menge der Aufhärtesalze ins Frischwasser zugegeben wird, so dass es vor allem beim PH-Wert zu keinen nennenswerten Schwankungen kommt.

Die richtigen Wasserwerte für Mbunas

Wer Mbunas halten will, sollte es zunächst so handhaben wie mit allen anderen Zierfischen: Es ist ein Blick auf die Wasserwerte des natürlichen Biotops. also des Malawisees angeraten.

Zentral ist dabei der richtige PH-Wert. Im See liegt dieser zwischen 7,7 und 8,8. Im Aquarium sollte daher ein Wert angestrebt werden, der stabil um 8 liegt. Entscheidend ist dabei aber, dass der Wert dauerhaft stabil ist und keine großen Schwankungen, auch nicht bei den großvolumigen Wasserwechseln, auftreten.

Damit der PH-Wert ausreichend gepuffert wird, muss die KH (Karbonathärte) ausreichend hoch sein. Es empfielt sich ein Wert zwischen 5° und 12°, der mit einem Tropfentest ermittelt werden kann.

Wie die KH sollte auch die GH (Gesamthärte) nicht mit einem Teststäbchen, sondern mit einem Flüssigtest bestimmt werden. Hier sind die Cichliden aber sehr tolerant. Zwischen 3° und 20° können die Labidochromis in allen Bereichen gehalten werden.

Selbstverständlich muss wie bei allen Zierfischen darauf geachtet werden, dass kein Nitrit im Aquarienwasser nachgewiesen werden kann. Wenn in einem länger laufenden Aquarium plötzlich Nitrit nachweisbar ist, ist dies ein deutliches Zeichen für Probleme mit der Filterung oder einer modernden Faulstelle im Aquarium selbst.

Die nötige Technik für ein Mbuna-Aquarium

Mbunas sind auch gut für Anfänger in der Malawiaquaristik geeignet, da der technische Aufwand, der betrieben werden muss, eher gering ist.

Im Wesentlichen reichen 4 technische Einrichtungen:

  1. Filterung:
    Ein leistungsstarker Außenfilter, der für die doppelte Aquariengröße ausgelegt sein sollte, wie sie der Hersteller empfielt. Die Empfehlungen orientieren sich offenbar in der Regel an bepflanzte Salmler-Becken oder ähnlichem. Ein Buntbarschaquarium zu filtern ist eine ganz andere Sache.
    Ein kleiner Innenfilter oder eine Strömungspumpe kann als Schnellfilter bzw. zur Oberflächenbewegung gute Dienste leisten und die biologische Filterung unterstützen.
  2. Heizung:
    Ein Heizstab oder eine im Außenfilter integrierte Lösung ist absolut ausreichen. Eine Bodenheizung ist dagegen nicht zu empfehlen, da sich eine solche nicht besonders mit Sand verträgt und von den Cichliden sicher freigebuddelt wird.
  3. Beleuchtung:
    Ihr kommt im Mbuna-Aquarium die geringste Bedeutung zu. Die einzige Regel lautet: Nicht zu viel beleuchten. Generell mögen es Malawibuntbarsche eher dunkel, bzw. schattig. Wählt man eine moderne LED-Beleuchtung kann man diese wesentlich kleiner dimensionieren als für ein Pflanzenaquarium und man kann sogar recht gut schattige Ecken einplanen.
  4. Strömungspumpe:
    Mbunas leben im natürlichen Biotop in Ufernähe, in der es auch im Malawisee eine Brandung und auflaufende Wellen gibt. Der Einsatz einer Strömungspumpe kann also den natürlichen Lebensraum simulieren und fördert das Wohlbefinden der Buntbarsche. Deshalb ist sie in den letzten Jahren bei vielen Malawiaquarianern eine technische Ergänzung in ihren Aquarien geworden, obwohl sie keine Aufgaben im Rahmen der Filterung übernehmen kann.

Ein Aquarium für Mbunas einrichten

Voraussetzungen

Mbunas verteidigen in der Regel Reviere wehement gegen andere Fische und gelten nicht zu unrecht als recht aggressiv. Deshalb sollten einige wesentliche Dinge beachtet werden, um ein Aquarium einzurichten, das die Ansprüche der Cichliden erfüllt.

Es wird gelegentlich als möglich angenommen, dass schon in einem ca. 100 Liter Volumen fassenden Aquarium, eine Mbuna-Art im Artaquarium gehalten kann. Dem möchte ich deutlich widersprechen. 300 Liter sind das absolute Minimum für eine dauerhafte Haltung, bei einigen Arten sollten es deutlich mehr sein. Das kommt auch daher, dass es in kleineren Behältern fast unmöglich ist, die Einrichtung mit hohen Steinaufbauten passend zu gestalten.

Einrichtung

Als Bogengrund beim Aquarium einrichten dient eine Sandschicht von ca. 3 cm Höhe. Kies und andere scharfkantige Substrate sind ungeeignet.

Auf den Sand folgt ein Steinaufbau, der bis knapp unter die Wasseroberfläche reichen darf. Als Steine sind dabei solche geeigenet, die nicht scharfkantig sind und keine metallischen Einschlüsse haben. Die Brocken sollten nicht zu klein sein, damit sich passend große Höhlen gestalten lassen und die Aufbauten nicht zu wackelig werden. Das in den 80ern sehr moderne weiße Lochgestein sollte eigentlich nicht mehr verwendet werden. Dabei geht es aber ausschließlich um die ökologische Frage, da der Abbau von Lochgestein in verschiedenen Regionen zu einem regelrechten Raubbau an diesem Gestein geführt hat. Das natürliche Biotop aus dem Malawisee kann mit Flusskieseln oder künstlichen Steinen sogar noch besser nachgebildet werden.

Als Rückwand kann man eine gängige Kunststoffrückwand verwenden, aber eine schlichte Rückwandfolie erfüllt ebenfalls ihren Zweck.

Pflanzen können eingesetzt werden, wobei auf robuste Arten gesetzt werden sollte, Holz hat dageben im Aquarium für Mbunas nichts verloren, da es das Wasser ansäuern kann und damit die Wasserwerte für die Buntbarsche negativ beeinflusst.

Was sind Mbunas aus dem Malawisee?

Begriff

Mbuna ist der Oberbegriff für mehrere Gattungen von Cichliden (Buntbarsche), die im ostafrikanischen Malawisee leben. Mbunas sind Felsbewohner, die in den Uferregionen des Malawisees im Riffbereich heimisch sind. Die einheimischen Fischer haben den Namen geprägt, der weltweit von Aquarianern übernommen wurde. Alle nicht an das Felsbiotop gebundenen Gattungen werden als Non-Mbunas bezeichnet.

Gattungen

Zu den Mbunas zählen die Gattungen Abactochromis, Cyathochromis, Cynotilapia, Genyochromis, Gephyrochromis, Iodotropheus, Labeotropheus, Labidochromis, Maylandia / Metriaclima, Melanochromis, Petrotilapia, Pseudotropheus und Tropheops.

Nicht alle Gattungen sind bei Aquarianern gleich beliebt. Vor allem die farbenfrohen Cichliden der Gattungen Labeotropheus, Labidochromis, Metriaclima, Melanochromis, Petrotilapia, Pseudotropheus und Tropheops werden als Korallenfische des Süßwassers in den Zoohandlungen angeboten und sind in zahlreichen deutschen Aquarien zu finden..